Shiatsu kann bei einem Problem helfen, ihr Gleichgewicht wieder zu finden

Entdecken Sie Ihren Körper und spüren Sie sich selbst

Blog

Oktober 2021
Angst


Es gibt viele Ängste:

Existenzangst, Angst den Job zu verlieren, Angst den Partner zu verlieren, Angst vor der Zukunft, Platzangst, Angst vor Spinnen, Höhenangst, Angst nicht gut genug zu sein, Angst vor Fehlern, Angst zu scheitern, Prüfungsangst, Angst vor der Dunkelheit, Angst nicht geliebt zu werden, Angst vor Reaktionen, Angst vor Vorgesetzten und Chefs, Angst vor Konsequenzen, Angst gescholten zu werden, Angst ausgestossen zu werden, Höhenangst, Angst, Angst, Angst.... Das ist nur eine kleine Auswahl von Ängsten und es gibt noch viele, viele weitere.

Ängste sind natürlich und völlig normal. Sie können sehr nützlich sein. Warum haben wir Angst? Ängste sind immer eine Warnung und als ein Zeichen zu verstehen, genauer hinzuschauen! Dazu folgender Satz: „Angst heisst nicht, etwas nicht zu tun, sondern wenn du sie hast, dabei genauer hinzuschauen, daraus zu lernen und trotzdem zu handeln.“ Es ist gut, dass es sie gibt.

Es gibt Ängste, da kannst du oder solltest du nicht lange überlegen, um zu handeln. Ängste sind in uns drin und seit unzähligen Generationen in uns gespeichert und wie gesagt eine Warnung. Früher gab es noch viel mehr wilde Tiere, die dem Menschen gefährlich werden konnten. Das ist heute nicht mehr der Fall, zumindest in unseren Breitengraden nicht. Am ehesten wirst du wahrscheinlich noch einem Bären begegnen. Doch das Risiko einem Bären zu begegnen ist sehr gering.

Heute musst du dich eher nicht oder wennschon sehr selten, um dein Überleben fürchten. Doch im „Urmenschen“ ist es so abgespeichert, dass er in einer Notsituation nur noch „funktioniert“. Nur weg hier (Bär)! Du musst jetzt gleich handeln! Tod oder lebendig! Das dies in uns gespeichert ist, ist sicher sehr sinnvoll. Nur überträgt sich das ganze auch in andere Situationen, wo es wenig(er) Sinn macht.

Es wird also nur wirklich problematisch, wenn du um dein Überleben fürchten musst oder vor allem auch, wenn die Angst dich lähmt. Es ist jedoch auch ein Zeichen, das signalisiert: Es besteht dringender Handlungsbedarf! Es braucht da oft auch ganz viel Überwindung. Ich sage nur: Stelle dich deinen Ängsten, auch wenn es dir schwer fällt! Du fühlst dich nachher garantiert besser, besonders wenn du die Angst überwunden und es geschafft hast.

Letzthin habe ich folgende Zeilen von Bodo Schäfer gelesen: „Mutig ist nicht, wer keine Angst hat, sondern wer trotz seiner Angst Schritte setzt, um sie zu überwinden.“

Es gibt Ängste, welche du dir wahrscheinlich selbst nicht bewusst bist. Sie schlummern in dir. Du machst Dinge nicht, welche du eigentlich tun möchtest oder vielleicht auch tun solltest. Du fährst eine Vermeidungsstrategie. Häufig wird es dann eben noch schwieriger, die Angelegenheit zu lösen, je länger man zuwartet und sie in Angriff nimmt. Aber eben: Zuerst muss dir die Angst bewusst werden oder du musst sie zuerst als Angst deuten können. Dir wird sie dann vielleicht bewusst und du kannst dir selbst nicht erklären, warum du nicht handelst. Je nach Thema denke ich, haben wir das alle. Es kommt auch sehr auf den Menschen darauf an, denn wir haben alle verschiedene Lebensgeschichten, verschiedene Fähigkeiten und verschiedene Handlungsmuster. Man darf sich auch bewusst sein: Jeder hat seine Fähigkeiten und ist in einem Bereich sehr gut.

Als kleinen Tipp gebe ich dir folgendes auf den Weg (nicht nur bei Ängsten): Beobachte in deinem Umfeld oder wenn du jemanden kennst oder gerne kennenlernen willst, was dieser Mensch besonders gut kann und lerne von ihm. Lass es dir beibringen! Das ist so eine Art Abkürzung und du musst nicht zuerst selbst tausend mal auf die Schnauze fallen. Lerne von den Menschen, die in einem Thema besser sind als du! Lerne von Meistern in „ihrem Fach.“ Ich kann dir garantieren: Auch sie werden sich darüber freuen, wenn du sie um ihre Meinung oder Erfahrungen anhältst. Wenn nicht, dann ist es der „falsche“ Mensch.

Die abgeschwächte Form von Angst ist Respekt. Respekt darf man immer haben und sollte man meiner Meinung nach manchmal auch. Ich denke Respekt zu haben, ist ein gewisser Antrieb, um nicht stehen zu bleiben und stets wachsen zu können und sich auch für gewisse Sachen zu überwinden.

So, jetzt habe ich einiges über Angst geschrieben. Hier habe ich noch ein kleines Programm zusammengestellt, was du tun kannst, wenn du Angst hast. Es würde mich freuen, wenn du dir etwas daraus herausnehmen kannst und es dir hilft, Ängste zu überwinden.

Wenn du Angst hast kannst du folgendermassen vorgehen:

  1. Feststellen und sich bewusst werden, dass man Angst hat.

    „Ich habe Angst.“

  2. Beobachten und wahrnehmen der Angst.

    Stehe dazu schulterbreit und mit geradem Oberkörper hin (als Hilfe kann es dienen, wenn du dir vorstellst, dass du mit einem Faden an der obersten Stelle des Kopfes angebunden bist - Bai Hui). Wenn du das Gefühl hast dich hinsetzen oder sogar hinlegen zu müssen, dann mache das, falls möglich.

    „Wie fühlt es sich im Körper an? Wo fühle ich die Angst (Beine, Arme, Brust, etc.)? Einfach wahrnehmen. Wichtig ist es NUR wahrzunehmen und festzustellen, was es mit dir macht. NICHT weiter in die Angst hinein gehen!

    Du kannst auch die Augen schliessen wenn du willst, doch wenn du merkst, dass die Angst zunimmt, öffne sie wieder.

  3. Nimm ein paar tiefe Atemzüge bis hinunter in den Bauch. Immer tiefer und tiefer! Stelle dir vor, dass du ein Ventil am höchsten Punkt auf dem Kopf (Bai Hui), dem Bauchnabel und an den Fusssohlen hast, wo die Angst (Druck, Angespanntheit, etc. im Körper) entweichen kann.

  4. In einem weiteren Schritt kannst du das Fühlen und die Vorstellung walten lassen, dass sich jede einzelne Pore deines Körpers öffnet. Auch dort darf das, was zu viel ist entweichen. Du darfst es gehen lassen. Was gekommen ist, das kann auch wieder gehen! Atme tief!

  5. Stelle dir die Frage:

    „Was würde mir gerade jetzt in diesem Moment gut tun?“

    ODER

    Was habe ich für eine wunderbare Erinnerung, wo es mir so richtig gut ging und ich unbeschwert war? - Das können Ferienerinnerungen sein, Waldspaziergänge, Partys, etc.

    (Falls du schon mal eine ähnliche Situation erlebt hast, denke daran, wie gut du diese gemeistert hast.)

    Hol dir die Situation vor Augen! Visualisiere es!

    Was hörst du?

    Was und wo spürst und fühlst du die Freude, Offenheit, Unbeschwertheit, Glück, etc.?

    Du darfst ruhig auch lächeln!

    Was riechst du?

    Was schmeckst du?

  6. Nimm nochmals ein paar tiefe Atemzüge in den Bauch. Beim Ausatmen darfst du alles gehen lassen, was du nicht brauchst.

    Falls du willst, kannst du dich auch schütteln. Alles abschütteln was du nicht gebrauchen kannst. Den ganzen Köper.

    Oder du kannst dich „abwischen“ - mit den Handflächen über den Körper fahren, dich „abputzen“ (Kopf, Nacken, Schultern, Arme und Hände bis Fingerspitzen, Brustkorb und Oberkörper, Hüfte und Gesäss, Oberschenkel, Unterschenkel, Füsse bis Zehenspitze

  7. Dann stehst/sitzt/liegst du nochmals hin mit geradem Oberkörper. Wie fühlt es sich jetzt an im Körper? Lausche in deinen Körper. Ist es besser? Ist die Angst gegangen? Hat sich etwas verändert und wenn ja, was hat sich verändert.

Anleitung bei sehr wenig Zeit:

Wenn es schnell gehen muss, dann gebe ich dir vier Möglichkeiten mit auf den Weg:

  1. „Bombardiere“ deine Sinne. Probiere alles gleichzeitig wahrzunehmen!

    „Was spüre ich?“

    „Was sehe ich?“

    „Was höre ich?“

    „Was rieche ich?“

    „Was schmecke ich?“

    Das kann dich weg von der Angst leiten. Menschen können bewusst nur 5 plus/minus 2 Dinge gleichzeitig wahrnehmen.

  2. Stelle dir die Frage:

    „Was ist das Schlimmste, das (in dieser Situation) passieren könnte?“

    Vielleicht wirst du merken, dass alles nur halb so schlimm ist und dir gar nichts passieren kann.

  3. Lächle!

    Ziehe deine Mundwinkel so richtig hoch und lächle für mindestens eine Minute. Das Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, ob das Lachen echt ist oder nicht. Es signalisiert: „Oh, der Meister lacht, also gibt es was zu lachen und ich darf froh sein!“

  4. Hole dir fünf Dinge vor Augen, für die du Dankbar bist. Wenn oder während du dankbar bist, kannst du keine Angst empfinden.

Bei allen diesen Übungen heisst es zu experimentieren und auszuprobieren. Vielleicht hast du auch eigene Einfälle, die dir helfen können, etwas dazu nehmen oder wenn du merkst: Nein, dieser Part ist nichts für mich, dann lässt du ihn weg. Achte darauf, ob es gut tut. Horche und spüre in dich hinein! Sei dir jedoch bewusst, dass es vielleicht ein paar Mal braucht, bis es fruchtet. Nach dem Satz: „Übung macht den Meister.“ Wenn du es ein paar Mal gemacht hast, kann es dir auch leichter fallen, von deiner Angst oder Anspannung weg zu kommen.

Bitte tue mir einen Gefallen: Wenn du eine deiner Ängste überwunden hast, dann juble und freue dich ausgelassen! Du darfst dich selbst feiern. Du kannst dir auf die Schulter klopfen, wild jauchzend durch die Gegend hüpfen oder auch einen Salto machen! Nur tue es! Es befreit noch zusätzlich und du freust dich noch mehr. Was andere vielleicht über dich denken werden? Macht dir keine Gedanken darüber. Menschen vergessen schnell! Ist doch Wurst, was andere über dich denken. Oder sie freuen sich ebenfalls mit dir! Das ist doch auch schön!

Gerne darfst du dich dabei filmen und mir das Video zusenden, denn dann freue ich mich darüber, dass du hier meine Zeilen gelesen hast und dir die geschriebenen Worte zu Herzen genommen hast!

Zum Schluss: Denke daran: Don't worry, be happy mbupup! :-)

Matthias Frischknecht, Ikigai Shiatsu


Shiatsu bei Angststörungen - Ein Artikel des Shiatsuverbands Schweiz:

https://shiatsuverband.ch/wp-content/uploads/2021/10/2021_Herbst_KeinePanik_APHS.pdf


Juli 2021

Mut und Motivation

Mut und Motivation finde ich sehr wichtige Punkte im Leben. Wer kennt das nicht: Man ist am Morgen im Bett, der Wecker schrillt und es ist z.B. ein Tag der viel Neues und vermeintlich Unangenehmes bringt. Man würde am Liebsten noch weiter im warmen Bett liegen bleiben, doch die sogenannten Pflichten rufen. Ja, es braucht dann manchmal sehr viel Motivation und machmal auch etwas Mut, aus den Federn zu kommen. Die Angst, was geschehen könnte. Ich rede mir dann immer gut zu: „So, jetzt stehe ich erst mal auf und nehme es locker. Ich mache eins nach dem anderen.“ Ich achte stets darauf, dass ich positive Formulierungen benutze und es so formuliere, was ich will und nicht, wie ich es nicht will. Wie gesagt sage ich zu mir: „Ich nehme es locker“ und nicht: „Mach dir keinen Stress.“ Das menschliche Unterbewusstsein „überhört“ die Verneinung, wie „nicht“, „kein“ oder „aufhören“. Es hört dann nur: „Stress“ und schon haben wir den Salat. Ein weiteres bekanntes Beispiel: „Ich höre mit XYZ auf.“ Das Unterbewusstsein registriert jedoch nur das „XYZ“. Es funktioniert nicht und man macht es sich dadurch nur schwerer. Z.B. wir das „Rauchen“ ersetzt mit „Rauchfrei“.

Um mutiger zu sein oder mit etwas (Neuem) anzufangen, hilft mir oft die Frage: „Was ist das Schlimmste das passieren kann?“ So sehe ich dann, dass alles halb so schlimm ist oder zumindest weiss ich es. Der Kopf sagt mir halt dann doch manchmal immer noch etwas anderes.

Eine weitere Hilfe ist, dass bevor ich etwas beginne zu mir sage: „Ich muss das nur für zwei Minuten tun, dann darf ich wieder damit aufhören.“ Ich habe noch nie nach zwei Minuten wieder aufgehört, den nach dieser kurzen Zeit, ist man schon im „Tun“ drin und die erste Hürde ist genommen.

Der Mensch ist etwas Wunderbares. Die drei Ebenen (Körper, Seele, Geist) zeigen dir, was Sache ist. Sehr wertvolle ist es, diese Ebenen wahrzunehmen, sie fortwährend zu schulen und auf sie zu hören, d.h vor allem auf den Körper oder zumindest in meinem Fall auf das Bauchgefühl und das Herz. Diese liegen selten falsch. Mein Tipp ist es: Höre auf diese zwei Bereiche, auch wenn der Kopf etwas anderes sagt.

Um uns zu motivieren können wir uns jederzeit die Frage stellen: „Was will ich wirklich?“ Zuerst kannst du dein Werte ermitteln. Was ist dir wichtig im Leben. Gliedere sie in Teilbereiche auf. Am Besten machst du eine erste Unterscheidung zwischen Privat- und Berufsleben. Anschliessend schreibst du in jedem Bereich deine Werte auf. Z.B. Familie/Freunde, Hobbys, Partnerschaft, Wohnen, Geld, etc. Wenn du das gemacht hast setzt du die Prioritäten. Was ist dir davon am Wichtigsten? So erstellst du eine Rangliste und kannst darauf aufbauen.

Du kannst anschliessend deine Ziele definieren. Das übergeordnete Ziel oder auch Metaziel genannt. Für was brennst du? Was ist das höchste Ziel in deinem Leben? Wenn du das weisst, kann es sehr motivierend und anspornend sein und Dinge in Bewegung setzen. So kannst du alle deine Ziele formulieren, herunterbrechen und sie in Teilschritte verfolgen. Immer wenn du ein Zwischenziel erreicht hast, kannst du auf etwas Erreichtes zurückblicken, sowie ebenfalls nachher, wenn du dein Hauptziel erreicht hast. Etwas zu schaffen oder zu erreichen ist gut für das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen wird zudem gestärkt. Sich selbst vertrauen zu können ist etwas sehr wertvolles! Ich rate dir zu einem Erfolgstagebuch, wo du deine Erfolge auflistest und wenn er noch so klein wie z.B. „Ich habe einen Kaffe gemacht“ ist. Dazu kannst du schreiben, was du daraus gelernt hast, was gut gelaufen ist und was du besser hättest machen können. Vielleicht jetzt nicht gerade beim Kaffebeispiel, sondern bei etwas „Grösserem“.

Um Ziele schneller erreichen zu können, sind konkret aufgeschriebene Vorgehensweisen und Pläne sehr wichtig! Motivation ist hier hilfreich. Die kann man noch steigern, indem man Menschen von seinem Vorhaben erzählt. Am eigenen Beispiel von mir kann ich sagen, dass es einen grossen Nutzen vollbringt Pläne aufzuschreiben, auch wenn es für mich nach wie vor Überwindung braucht, weil ich es (noch) nicht gerne mache. Doch manchmal bekommt man Dinge gerne, das man vorher nicht für möglich gehalten hätte. So war Laufen (Joggen) für mich etwas, das ich nicht gerne machte früher. Dann habe ich es wirklich, wirklich ausprobiert. Jetzt bereitet es mir einen grossen Spass und ich trainiere darauf, einen Marathon zu absolvieren. Auch hier habe ich das grosse Ziel des Marathons. Die Teilschritte sind hier für mich: Kräftigung durch Workouts und Muskelaufbau, um v.a. beim Laufen die Beine zu stärken aufgrund der Belastung, längere Läufe machen und mehr auf Tempo laufen. Mein grösster Zwischenschritt ist es, an einem ersten Wettkampf im September teilzunehmen. Ich renne den auf den Herbst verschobenen Auffahrtslauf, was ein Halbmarathon ist. Zurzeit bin ich bei Plänen am Experimentieren, so dass es für mich ist am Schluss stimmt.

Habe immer vor Augen, dass du diese Pläne jederzeit anpassen und verbessern kannst, falls du etwas verändert haben möchtest! Meistens musst du das ohnehin tun. Es muss nicht perfekt sein! Ich wiederhole: Es muss nicht perfekt sein! In unserer Kultur wird häufig der Perfektionismus gepredigt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Meiner Meinung nach blockiert das mehr, als dass es nützt. Wie gesagt: Verbessern kannst du immer! Darum getraue dich! Sei mutig! Mach es, auch wenn du Zweifel hast! Wichtig ist deinen Plan immer im Auge zu behalten. Frage auch Menschen, die etwas bereits können, was du lernen willst. Frage sie, wie sie das machen. Das ist häufig eine Abkürzung und schlussendlich wirst du wenn du dranbleibst sowieso deinen eigenen Weg finden. Das heisst nicht, dass du nachher alles abändern und auf Schweizerdeutsch gesagt „Zunderobsi“ werfen musst. Wir Menschen sind so verschieden. Was für den einen super ist, funktioniert für jemand anderen überhaupt nicht.

Ich bin der Meinung, dass man alles erreichen kann, was man will, das heisst unter Vorbehalt. Dazu kannst du folgende Punkte berücksichtigen:

1. Wenn du etwas erreichen willst und du schaffst es nicht, dann stell dir die Frage: Hast du das, was du angestrebt hast wirklich, wirklich gewollt?

2. Ist es der Aufwand wert weiterzumachen oder macht es vielleicht mehr Sinn etwas anderes zu starten, das dich glücklicher oder wirklich, wirklich glücklich macht? Ich will damit jedoch auf keinen Fall sagen, dass du schnell aufgeben sollst. Wenn du das Ziel fokussiert verfolgt hast und irgendwann zum Schluss kommst, dass du mehr Energie investieren musst, als der Ertrag es wert ist oder der zeitliche Aufwand zu gross ist, dann darfst du dir auch eingestehen und erlauben, etwas anderes zu machen, das dich wie gesagt glücklicher macht.

Ein weiteres, eigenes Beispiel: Vor einigen Jahren arbeitete ich mit Menschen mit Behinderung zusammen und machte eine Ausbildung als Betreuer. Den Abschluss konnte ich schlussendlich nicht machen. Zuerst hat es an mir genagt. Zuvor war es mir wichtig, nicht aufzugeben und bis zum Schluss für einen Abschluss „zu kämpfen.“ Ich habe dieses Thema nach einer längeren Reise auch nochmals aufgenommen und geschaut, ob es doch noch eine Möglichkeit gibt diesen Lehrabschluss nachzuholen. Ich schnupperte eine Woche an einem Ort. Schlussendlich habe ich festgestellt, dass ich wahrscheinlich immer wieder am selben Punkt hängen bleibe. Ich schreibe bewusst nicht „scheitern“, denn ich vertrete die Ansicht: „Es gibt kein Scheitern, sondern nur ein Lernen oder Dazulernen.“ Zurück zu meiner Geschichte. Ich lief am Ende der Woche aus dem Büro der Leitung und war einfach glücklich über diese Erkenntnis, dass ich dieses Thema abschliessen konnte. Bei der Neuorientierung bin ich auf die Shiatsu gestossen und hat mich sofort fasziniert (dazu mehr in meinem ersten Blog „Was ist und bedeutet Shiatsu für mich“). Wenn ich diese vermeintlich negative Erfahrung im Betreuerbereich nicht gemacht hätte, hätte ich vielleicht Shiatsu nie kennen lernen dürfen.

SEI MUTIG! PROBIERE NEUE SACHEN AUS! ERWEITERE DEINEN HORIZONT UND VERLASSE DEINE KOMFORTZONE! DAS NENNT MAN WACHSEN UND ERFOLG UND WENN DU FÄLLST, DANN STEHE WIEDER AUF, DENN WIE GESAGT: ES KANN NICHTS PASSIEREN!

Matthias Frischknecht, Ikigai-Shiatsu


Mai 2021

Was heisst und bedeutet für mich Shiatsu

Am Anfang der Oberstufe vor etwas mehr als einem Jahr, regte uns unser Oberstufendozent Daniel Schneitter dazu an, uns diese Frage immer mal wieder zu stellen.

Shiatsu heisst für mich Leben! Es ist meine Berufung, das Angekommen sein und vor Kurzem habe ich festgestellt, dass ich diese Arbeit so liebe, dass die Zeit manchmal sogar zu schnell vorbeigeht. Kann die Zeit zu schnell vorbeigehen beim Schaffen? Ich fragte mich bei einer Behandlung, die kurz vor dem Ende stand: „Kann das wirklich sein, dass die Zeit so schnell vorbeiging? Ich habe doch soeben erst mit der Sitzung begonnen.“ Das war ein weiteres Indiz für mich, dass ich „mein“ Beruf und meine Berufung nach einigen Jahre endlich gefunden hatte. Ich bin angekommen. Als ich mal eine Sitzung vereinbaren wollte, das war ca. in der Mitte der Ausbildung, fragte mich jemand, wann das ich denn arbeite? Ich antwortete ihm: „Zurzeit würde ich gerne etwas mehr arbeiten aber es ist momentan schwierig mit der Situation meines Arbeitgebers.“ Er sagte zu mir: „Nein, ich meine, wann gibst du Shiatsu?“ Da ist mir der Zwanziger hinuntergefallen und ich habe realisiert, dass ich Shiatsu bis anhin nicht mal wirklich als Arbeit angesehen hatte. Im Unterbewusstsein musste bei mir abgespeichert gewesen sein, dass Arbeit nicht 100% Freude machen kann. Gut, die Buchhaltung gehört halt auch dazu. Das ist dann ein anderer Teil.

Wenn ich über Shiatsu erzähle, dann gerate ich ins Schwärmen! Meine Augen beginnen zu leuchten, mein Körper richtet sich auf und ich werde in meinem Oberkörper, genauer im Brustbereich, freier und weiter. Ein grosse Freude, die wie eine Blume in mir aufgeht und erblüht. Meine Atmung vertieft sich bis in den Bauch hinunter, wo es sich weich und durchlässig anfühlt. Ich fühle mich wohl und geborgen. Zudem huscht ein sanftes Lächeln über meine Lippen.

Im Shiatsu höre und erlebe ich Geschichten der Menschen. Durch sie, ist es stets ein ständiges, freudiges dazulernen. Es ist Austausch auf der Energieebene, was wir beide während einer Behandlung erleben und erfahren. Das Berührt werden. Ich berühre die Empfängerin und sie berührt mich. Für mich ist es ein Geschenk und ich bin sehr dankbar dafür, dass sich Menschen mir anvertrauen, um mit mir gemeinsam Herausforderungen auf der psychisch, körperlichen und geistigen Ebene anzuschauen, sie in Angriff zu nehmen und daran zu wachsen. Es kann zusätzlich auch auf ganz anderen Gebieten sein und muss nicht „nur“ das Thema betreffen, weshalb sie zu mir kommen oder gekommen sind. Das Wachsen als Mensch weitet sich auf die ganzheitliche Ebene aus.

Beispielsweise kommt jemand in erster Linie weil er Rückenschmerzen hat zu mir. Die Frage, die man sich hier stellen kann ist: Was ist der Auslöser der Rückenschmerzen? Diese Frage kann man sich stellen. Nur ist hier die andere Frage: Macht es überhaupt Sinn zu bohren und zu nach dem Auslöser zu suchen? Es kann von Vorteil sein, wenn man sich der Ursache des sogenannten Problems bewusst ist. Doch häufig ist es besser, das was vorhanden ist zu stärken und die Ressourcen zu fördern oder auch neue zu entdecken. Weg vom Fokus des „Problems“, hin zum Fokus was gut ist und einem hilft. Man kann es auch als Chance sehen oder dankbar dafür zu sein, dass sich der Körper meldet. Denn es hat einen Grund. Vielleicht ist dieses „Problem“ ein Geschenk. Er merkt dadurch vielleicht, dass es besser wäre, etwas kürzer zu treten und sich genügend Ruhepausen zu gönnen. In erster Linie kommt er also wegen den Rückenschmerzen zu mir. Er will, dass sie geringer werden oder ganz weg gehen. Nun, wenn das so ist, kommt sicherlich mehr Lebensqualität zurück und er hat dadurch wahrscheinlich auch mehr Energie für anderes. Sagen wir mal Entwicklung und Wachstum. Wenn es dem Rücken besser geht, ist er vielleicht auch motivierter, sich weiter zu entwickeln. Es wird vielleicht im ganzen Körper etwas lösen und/oder etwas anregen, damit er wachsen und er sich weiter entwickeln kann. Der Antrieb wird eventuell durch das Behandeln der Rückenschmerzen ausgelöst. Er will wachsen! Nun wird ev. auch der Kopf durch die Linderung oder Befreiung dieser Rückenschmerzen freier, da er daran nicht mehr denkt oder denken „muss.“ Somit kann er vielleicht besser planen und die Dinge, die er sich vorgenommen hat besser umsetzen. So könnte das ewig weiter gehen und einen ganzen Rattenschwanz von Dingen in Bewegung setzen, „nur“ weil er von den Rückenschmerzen gelindert oder befreit ist.

Insgesamt braucht es manchmal nur einen kleinen Impuls, um Dinge in Bewegung zu setzen, die gross werden. Das fasziniert mich sehr am Shiatsu und ich konnte das ebenfalls auch schon zigfach am eigenen Leib spüren. Auch ich selbst, möchte ein Shiatsu nicht missen. Menschen fragten mich auch schon? „Ah, du hast das auch (viele Gedanken, Grübeln, Ängste, u.s.w.)?“ Ich antwortete ihnen: „Ja natürlich! Ich bin auch „nur“ ein Mensch mit Gefühlen, Wahrnehmungen und Herausforderungen!“

Menschen fragten mich auch schon nach einer Behandlung: „Was hast du nur gemacht?“ Ich antworte ihnen auf diese Frage: „Das hast alles du selbst gemacht! Ich habe nur die Impulse dafür gegeben!“ Es ist für mich stets die Freude, wenn ich sehe, dass ich Menschen begleiten darf und ich sehe, dass sie weiter kommen, berührt werden und wachsen! Meine Philosophie ist es, immer das bestmögliche aus den Behandlungen herauszuholen. Es ist die Stunde der Empfängerin und die gehört nur ihr! Es geht nicht um mich, sondern um SIE alleine! Darum motiviere ich und bitte sie sogar darum, sich jederzeit zu melden, falls sie eine Veränderung wünscht. Es spielt keine Rolle, ob diese Veränderung noch so klein ist. Sie dürfen sich getrauen sich zu melden!

Wenn ich ein Shiatsu gebe, denke ich, dass ich beim Befund genau die Meridiane (Energieleitbahnen oder besser gesagt Räume) heraus spüre, bei denen ich im Moment mit meiner Begleitung am Meisten bewegen und bewirken kann. Ein anderer Shiatsutherapeut würde vielleicht andere Meridiane heraus spüren. Ich erinnere mich an eine Sequenz aus dem Buch „Wenn Schneeflocken fallen“ von Simon Fall: Dort wird geschrieben, dass in einer Shiatsuklasse jemand sagte, dass zuerst die Leber angeregt werden muss, damit der Körper ins Fliessen kommt. Jemand anderes sagte daraufhin, sie finde, dass zuerst der Herzmeridian bearbeitet werden muss damit es weiter geht, worauf die ganze Klasse in Gelächter ausbrach. So gibt es also nicht „den Meridian“ der bearbeitet werden muss, sondern es ist sehr individuell von Praktiker zu Praktiker.

Shiatsu ist für mich:

„Positiver Druck“ (Shiatsu = Fingerdruck), Körper, berühren, berührt werden, (voneinander) Lernen, Freude, Leben, Zuversicht, sinken, Rotation, Dehnung, Beobachten, Eindrücke wahrnehmen, agieren, reagieren, im Moment sein, Freude, Begeisterung, Harmonie, Ruhe, Tiefe, Fliessen, Stabilität, Kraft, Wert, Wachstum, Kooperation, Selbstwahrnehmung, Entspannung, Loslassen, Anpassung, Freiheit, Unterstützung, Hilfe, Energie/Ki, Bewegung, Fluss, Wohlgefühl, Geborgenheit, Neugierde, Offenheit, fühlen, Kribbeln, „lang ziehen“, Leichtigkeit, Bodenhaftung, Verbundenheit, Unvoreingenommenheit, Echtheit, sich zeigen, Austausch, Geschmäcker, geben, nehmen, Struktur, Dauerhaftigkeit, Umverteilung, Flexibilität, Licht, Wärme, Kraft, Umverteilung, Empfangen, Stärkung, Zufriedenheit, Veränderung, Wandel, Wachsen, Durchlässigkeit, Weichheit, riechen, Geniessen, sich fallen lassen, in der Mitte sein und zentrieren, wahrnehmen, spüren, Glück, Harmonie, Ruhe, lachen, weinen, lösen, anregen, zusammenarbeiten, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Sein, Stille, Interaktion, Fluss, Leben, Lebensqualität, sein, erleben, tragen und tragen lassen, nähren, verarbeiten, aufnehmen, sich wundern, reisen, Bilder, Töne, staunen, beleben, Zufriedenheit, Gelassenheit, sedieren, tonisieren, angenehme Kühle, wandern, entdecken, weiterkommen, atmen, sich gehen lassen, sinken, liegen, Schutz, Zirkulation, Emotionen, Empfindlichkeit, Antrieb, Reinigung, Unterbewusstsein, Speicherung, tun, nichts tun, Sensibilität, Permeabilität, Rhythmus, Erfahrung, Verarbeiten, Spirit, Entwicklung, Akzeptanz, erkennen, assimilieren, absorbieren, lernen, Aufnahme, integrieren, Kern

Ich habe gerade meine Ausbildung zum Shiatsutherapeut abgeschlossen und es ist etwas, das mir am Meisten bedeutet, was ich jemals in meinem Leben erreicht habe.

Shiatsu ist für mich, wie an einem der schönsten Orte die du dir vorstellen kannst anzukommen, es zu geniessen, einfach zu sein und endlos zu verweilen!

Matthias Frischknecht, Ikigai-Shiatsu